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CB-Funk in Deutschland: Frequenzen, Regeln und Slang erklärt

Leon Fischer Klein • 2026-06-29 • Gepruft von Elias Hoffmann

Vielleicht hast du schon einmal das Knistern eines Funkgeräts gehört, während ein LKW an dir vorbeifuhr – genau das ist CB‑Funk, und er ist längst nicht tot. Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Frequenzen aktuell gelten, welche Regeln du beachten musst und was hinter dem legendären Slang wie „10/20“ und „Rubber Ducky“ steckt.

Anzahl Kanäle: 80 (40 international + 40 national) ·
Frequenzbereich: 26,565 – 27,405 MHz ·
Sendeleistung: max. 4 Watt (AM/FM) ·
Reichweite: 5–15 km (bis 30 km) ·
Lizenzpflicht: Nein (lizenzfrei) ·
In Deutschland legal: Ja, seit 1975

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Die genaue Anzahl aktiver CB-Funker in Deutschland wird nicht offiziell erfasst.
  • Ob CB-Funk langfristig durch digitale Alternativen verdrängt wird, bleibt offen.
  • Die Verbreitung in ländlichen Gebieten ist schwer zu quantifizieren.
  • Ob die 3‑3‑3‑Regel einheitlich befolgt wird, ist nicht dokumentiert.
  • Die Nutzung von SSB in der Praxis wird nicht erfasst.
3Zeitleisten-Signal
  • 1975: CB-Funk in Deutschland zugelassen (MWF-Service)
  • 1996: Erweiterung auf 80 Kanäle (Kanäle 41–80) (Deutscher Funk Club)
  • 2011: Anhebung der Sendeleistung auf 4 Watt AM/FM (DL3FTZ)
4Wie es weitergeht
  • CB-Funk bleibt eine Nische, aber die Community auf Autobahnen und bei Offroad-Enthusiasten ist stabil.
  • Digitale Alternativen wie PMR446 oder Funk-Apps ersetzen nicht die Direktheit und Reichweite von CB.
  • Keine gesetzlichen Änderungen in Sicht – die Nutzung bleibt langfristig möglich.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen und rechtlichen Eckdaten auf einen Blick zusammen – perfekt zum Nachschlagen für Einsteiger.

Merkmal Wert
Anzahl Kanäle 80 (Kanäle 1–40 international, 41–80 national)
Frequenzbereich 26,565 – 27,405 MHz (Kanäle 1–40) / bis 27,495 MHz (Kanäle 41–80)
Modulation AM, FM (Kanäle 1–40) / nur FM (Kanäle 41–80)
Sendeleistung (AM/FM) max. 4 Watt ERP
Sendeleistung (SSB) max. 12 Watt PEP
Reichweite (typisch) 5–15 km
Reichweite (optimal) bis zu 30 km
Lizenz Keine – anmeldefrei und kostenfrei
Rechtsgrundlage Allgemeinzuteilung Vfg. 21/2021 der Bundesnetzagentur
Besondere Kanäle Kanal 9 (Notruf), Kanal 19 (Autobahn)
Zulassung in Deutschland Seit 1975
Zuständige Behörde Bundesnetzagentur

Gibt es CB-Funk noch?

Ja – CB-Funk wird auch 2025 noch aktiv genutzt. Vor allem LKW-Fahrer auf Autobahnen sowie Hobbyisten und Outdoor-Enthusiasten schätzen die direkte, unabhängige Kommunikation. Die Bundesnetzagentur (Regulierungsbehörde für Telekommunikation in Deutschland) führt CB-Funk unter den speziellen Funkanwendungen und betont, dass er „jedermann zur Nutzung der vorgesehenen Frequenzen unter den festgelegten Bestimmungen zugänglich“ ist.

Aktuelle Nutzung in Deutschland

  • CB-Funk wird auf Autobahnen, Baustellen und im gewerblichen Bereich eingesetzt (12db.de – CB-Funk-Portal).
  • Die Zahl der aktiven Nutzer ist rückläufig, aber die Community bleibt stabil – besonders auf Kanal 19.
  • Digitale Alternativen wie PMR446 (max. 0,5 Watt, lizenzfrei) oder Funkgeräte-Apps haben CB nicht vollständig ersetzt, weil CB größere Reichweiten und eine etablierte Infrastruktur bietet.

Das Fazit: CB-Funk ist kein Auslaufmodell. Er lebt in einer treuen, aber kleineren Gemeinschaft weiter. Für LKW-Fahrer bleibt er unverzichtbar; für Einsteiger ist er eine günstige und lizenzfreie Einstiegsmöglichkeit in die Funkwelt.

Was ist die CB-Frequenz in Deutschland?

Der CB-Funk in Deutschland nutzt das 11-Meter-Band am oberen Ende der Kurzwelle. Die offizielle Frequenzzuteilung erfolgt durch die Bundesnetzagentur auf Grundlage der harmonisierten europäischen ECC-Entscheidung (11)03.

Frequenzbereich 26,565–27,405 MHz

  • Kanäle 1–40 liegen zwischen 26,565 MHz und 27,405 MHz im Raster von 10 kHz (DL3FTZ).
  • Kanäle 41–80 sind nationale Zusatzkanäle und reichen bis 27,495 MHz (MWF-Service).
  • Die Kanäle 1–40 werden international mit AM, FM und SSB genutzt; die Kanäle 41–80 sind in Deutschland nur für FM zugelassen.

Standardkanäle und ihre Belegung

  • Kanal 9 (27,065 MHz): Notrufkanal – reserviert für Gefahrenmeldungen und Hilfeersuchen.
  • Kanal 19 (27,185 MHz): Autobahnkanal – von LKW-Fahrern stark frequentiert.
  • Kanal 1 (26,965 MHz) und Kanal 40 (27,405 MHz) sind die Enden des internationalen Bereichs.
Warum das wichtig ist

Die Kanalbelegung ist nicht willkürlich: Kanal 19 dient als Verkehrsfunk der Fahrer untereinander. Wer neu einsteigt, sollte zuerst auf Kanal 19 mithören, um ein Gespür für den Funkverkehr zu bekommen.

Das bedeutet: Wer auf Kanal 19 funkt, spart sich den Slang mit den Kollegen – die wichtigste Kommunikation läuft hier.

Was sind die 40 CB-Frequenzen?

Alle 40 internationalen Kanäle sind in Deutschland legal nutzbar – anders als etwa im Vereinigten Königreich, wo nur 40 Kanäle mit Einschränkungen erlaubt sind. Die folgende Liste zeigt die Frequenzen für Kanal 1 bis 40 (Mittenfrequenzen in MHz).

Kanal Frequenz (MHz) Besonderheit
1 26,965
2 26,975
3 26,985
4 27,005
5 27,015
6 27,025
7 27,035
8 27,055
9 27,065 Notrufkanal
10 27,075
11 27,085
12 27,105
13 27,115
14 27,125
15 27,135
16 27,155
17 27,165
18 27,175
19 27,185 Autobahnkanal
20 27,205
21 27,215
22 27,225
23 27,255
24 27,235
25 27,245
26 27,265
27 27,275
28 27,285
29 27,295
30 27,315
31 27,325
32 27,335
33 27,345
34 27,365
35 27,375
36 27,385
37 27,395
38 27,415
39 27,425
40 27,405

Die Kanäle 41–80 (27,415–27,495 MHz) sind in Deutschland nur mit FM und 4 Watt ERP zugelassen. Die komplette Liste ist auch als PDF beim Deutschen Funk Club erhältlich.

Was bedeuten die Slangausdrücke (10/20, Rubber Ducky)?

CB-Funk hat eine eigene Sprache entwickelt – eine Mischung aus Zehner-Codes und umgangssprachlichen Begriffen, die die Kommunikation kurz und effizient machen. Der Ursprung liegt in den USA, wurde aber in Deutschland angepasst.

Die wichtigsten Zehner-Codes

  • 10-20: Standort / Position. „Mein 10-20 ist …“ = Ich bin an …
  • 10-4: Verstanden, Nachricht empfangen.
  • 10-7: Außer Betrieb, Gerät aus.
  • 10-100: Toilettenpause / Bedürfnis nach einer Pause.
  • 10-13: Wetterbedingungen / Straßenzustand.
  • 10-33: Notfall, bitte Ruhe im Kanal.

CB-Slang aus dem Trucker-Alltag

  • Rubber Ducky: Erster LKW in einer Kolonne oder das Führungsfahrzeug (von „rubber duck“ im Konvoi).
  • Bear: Polizei / Verkehrskontrolle.
  • Chicken Coop: Raststätte („Hühnerstall“).
  • Evel Knievel: Motorradfahrer (unterwegs auf der Autobahn).
  • Four-wheeler: Pkw (im Gegensatz zum LKW).
  • 18-wheeler: Sattelzug.

Der Slang wird vor allem auf den Autobahnkanälen (Kanal 19) verwendet. Einsteiger sollten sich die Codes anhören, bevor sie selbst senden – das gehört zur Netiquette.

Was ist die 3-3-3-Funkregel?

Die 3-3-3-Regel ist eine ungeschriebene Netiquette-Empfehlung, die den Funkverkehr fair und geordnet hält – besonders auf stark frequentierten Kanälen.

Die Regel: 3 Minuten Senden, 3 Minuten Pause, 3 Minuten Hören

  • Sie ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber von Funkamateuren und CB-Funkern als Höflichkeitsregel geschätzt.
  • Zweck: andere Nutzer nicht zu blockieren und die Frequenz für alle zugänglich zu halten.
  • Zusätzlich gelten die allgemeinen Funkbetriebsvorschriften der Bundesnetzagentur – z. B. das Verbot von Störungen anderer Funkdienste.

Die 3-3-3-Regel ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die CB-Community selbst organisiert. Sie sorgt für Disziplin ohne Bürokratie – ein Grund, warum viele Nutzer den Funkdienst schätzen.

Ein weiteres ungeschriebenes Gesetz: Höre immer zuerst, bevor du sendest. So vermeidest du, in laufende Gespräche hineinzuplatzen.

Das Fazit

Die 3-3-3-Regel ist ein Zeichen von Respekt im Funkverkehr. Insbesondere für Einsteiger auf Kanal 19 gilt: lieber drei Minuten zuhören als drei Minuten ungefragt senden – das verschafft dir sofort Akzeptanz in der Community.

Die Regel zeigt, wie sich die Gemeinschaft selbst reguliert – ohne Behörde, aber mit Disziplin.

Technische Spezifikationen: CB-Funk in Deutschland

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Daten für die beiden Kanalbereiche zusammen – ein direkter Vergleich der internationalen und nationalen Nutzung.

Parameter Kanäle 1–40 (international) Kanäle 41–80 (national)
Frequenzbereich 26,565–27,405 MHz 27,415–27,495 MHz
Modulation AM, FM, SSB FM (nur)
Max. Sendeleistung AM/FM 4 Watt ERP 4 Watt ERP
Max. Sendeleistung SSB 12 Watt PEP nicht zulässig
Kanalabstand 10 kHz 10 kHz
Besondere Kanäle Kanal 9 (Notruf), Kanal 19 (Autobahn) keine
Zulassung Seit 1975, erweitert 1996 Seit 1996
Rechtsquelle ECC-Entscheidung (11)03, Vfg. 21/2021 Vfg. 21/2021
Das Paradox

Obwohl die Kanäle 41–80 nur FM erlauben, ist die Tonqualität in FM deutlich besser als AM – für Gespräche auf den nationalen Kanälen ein echter Vorteil. Wer also klare Kommunikation ohne Rauschen sucht, ist auf den Zusatzkanälen besser aufgehoben.

Das Paradox bleibt: Je klarer die Technik, desto weniger Teilnehmer nutzen sie – die Community konzentriert sich auf die bewährten Kanäle.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • CB-Funk ist in Deutschland legal und lizenzfrei. (Quelle: Bundesnetzagentur)
  • Es gibt 80 Frequenzkanäle (40 international + 40 national) im 27-MHz-Bereich. (Quelle: Deutscher Funk Club)
  • Die maximale Sendeleistung beträgt 4 Watt ERP (AM/FM) bzw. 12 Watt PEP (SSB). (Quelle: Deutscher Funk Club)
  • Der Slang und die 10-Codes werden aktiv genutzt – vor allem auf Kanal 19. (Quelle: Bloom Services)

Was unklar ist

  • Die genaue Anzahl aktiver CB-Funker in Deutschland wird nicht offiziell erfasst.
  • Ob CB-Funk langfristig durch digitale Alternativen wie PMR446 oder Funk-Apps verdrängt wird, bleibt abzuwarten.
  • Die Verbreitung in ländlichen Gebieten ist schwer zu quantifizieren.
  • Ob die 3‑3‑3‑Regel einheitlich befolgt wird, ist nicht dokumentiert.
  • Die Nutzung von SSB in der Praxis wird nicht erfasst.

Stimmen aus der CB-Community

„CB-Funk ist mehr als nur ein Hobby – für uns Fahrer ist es die Rettung auf der Autobahn. Ohne Kanal 19 wäre die StVO kaum durchzuhalten.“

– LKW-Fahrer, zitiert im Deutschen Funk Club (Community-Organisation)

„Die 10-Codes sind international verständlich, aber in Deutschland haben wir eigene Begriffe wie ‘Rubber Ducky’ – das lernt man nur durchs Mithören.“

– CB-Funker aus Nordrhein-Westfalen, Aussage auf Bloom Services (Trucker- und Funkslang-Portal)

„Mit 4 Watt ERP kannst du unter guten Bedingungen bis zu 30 Kilometer weit kommen. Das ist viel mehr, als die meisten Leute erwarten.“

– Technikredakteur bei Alan Electronics (Hersteller von CB-Funkgeräten)

„CB-Funk hat in Deutschland eine reiche Geschichte – von der illegalen Blütezeit in den 70ern bis zur heutigen legalen Nische. Es ist ein Stück Funkkultur, das weiterlebt.“

– Auszug aus dem Wikipedia-Artikel Citizens band radio (freie Enzyklopädie)

Was bedeutet das für Einsteiger in Deutschland?

CB-Funk ist kein Massenphänomen mehr, aber für LKW-Fahrer, Outdoor-Enthusiasten und Technik-Interessierte bleibt er eine verlässliche, lizenzfreie Kommunikationsmöglichkeit. Der Einstieg ist günstig: Ein Handfunkgerät von Marken wie Alan, Midland oder Uniden kostet zwischen 50 und 150 Euro. Eine Magnetfußantenne fürs Auto ist schnell montiert. Die größte Hürde ist nicht die Technik, sondern das Zurechtfinden im Slang und der Kanaletikette. Wer zuerst zuhört und die 3-3-3-Regel respektiert, wird schnell Teil der Gemeinschaft. Für Einsteiger in Deutschland ist die Entscheidung klar: CB-Funk bietet eine direkte, störungsresistente Verbindung – ohne Abo, ohne Internet, ohne Bürokratie. Wer lieber digitale Alternativen nutzt, sollte PMR446 oder Funk-Apps prüfen, aber dann auf Reichweite und Privatsphäre verzichten.

Wer tiefer in die Welt des CB-Funks eintauchen möchte, findet im Artikel CB-Funk in Deutschland eine ausführliche Erklärung der Frequenzen und Regeln.

Häufig gestellte Fragen

Welche Sendeleistung ist für CB-Funk in Deutschland erlaubt?

Für die Kanäle 1–40 sind 4 Watt ERP in AM/FM und 12 Watt PEP in SSB zulässig. Für die nationalen Zusatzkanäle 41–80 gilt nur 4 Watt ERP in FM (Alan Electronics).

Brauche ich eine Lizenz für CB-Funk?

Nein – CB-Funk ist in Deutschland lizenzfrei und anmeldefrei. Die Nutzung ist jedermann gestattet (Bundesnetzagentur).

Kann ich mit CB-Funk ins Ausland funken?

Ja – unter guten Ausbreitungsbedingungen sind Kontakte über mehrere hundert Kilometer möglich. Allerdings gelten im Ausland oft andere Frequenz- und Leistungsbeschränkungen. Im EU-Ausland sind die Kanäle 1–40 meist harmonisiert (ComReg (irische Regulierungsbehörde)).

Was ist der Unterschied zwischen CB-Funk und Amateurfunk?

Amateurfunk erfordert eine Prüfung und eine Lizenz, erlaubt aber höhere Leistungen und breitere Frequenzbänder. CB-Funk ist lizenzfrei und auf das 27-MHz-Band mit geringer Leistung beschränkt (Wikipedia – Citizens band radio).

Wie installiere ich eine CB-Funk-Antenne am Auto?

Magnetfußantennen sind am einfachsten: Sie werden auf das Autodach gesetzt und per Kabel mit dem Funkgerät verbunden. Dachantennen benötigen eine feste Montage. Achte auf einen guten Masseanschluss für optimale Reichweite (Alan Electronics).

Welche CB-Funk-Geräte sind für Einsteiger empfehlenswert?

Beliebte Einsteigermodelle sind das Alan 42 (kompakt, Klarsprache), Midland Alan 78 (für den mobilen Einsatz) und das Uniden Pro 401 (preiswert). Handfunkgeräte eignen sich für den sporadischen Gebrauch; Mobileinbauten bieten mehr Leistung und bessere Audioqualität.

Ist CB-Funk auf Kanal 9 wirklich für Notrufe reserviert?

Ja – Kanal 9 (27,065 MHz) ist in Deutschland als Notrufkanal reserviert. Er sollte nur für echte Gefahrenmeldungen und Hilfeersuchen verwendet werden. Missbrauch kann zu Störungen führen und wird von der Bundesnetzagentur verfolgt.

Warum ist Kanal 19 der Autobahnkanal?

Kanal 19 (27,185 MHz) hat sich historisch als Standardkanal für LKW-Fahrer auf Autobahnen etabliert. Er wird fast durchgängig für Verkehrsinformationen, Stauwarnungen und Unterhaltung genutzt. In Deutschland ist er der meistbelegte Kanal (12db.de – CB-Funk-Portal).

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Leon Fischer Klein

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